Ein Freund von SHE

Heute morgen im Park – gut es war Vormittag . . . der Hündin sei Dank, sah ich ihn. Er saß da auf einer Bank. Entspannt, zurück gelehnt mit überkreuzten Beinen, schönen braunen Rauleder Schuhen und lila Socken. Nein es geht nicht um Erotik, sondern um . . . ja, Magie.

Er war – ist – geschätzt 70 oder mehr Jahre alt und spielte Querflöte. Am Vormittag. Auf der Bank im Park. Einfach so. Für sich. Nicht perfekt und kein großartig, virtuoses Stück, sondern einfach Töne. Schöne Töne, die etwas Heiteres und Friedliches hatten. Wunderschön.

Mir fiel sie in der Sekunde ein. Ja, natürlich auch SHE, die mit dabei war auf diesem Spaziergang. Aber ich mußte eben auch an die Berliner Freundin von SHE – die Schmetterlings – Frau – Mann aus der S-Bahn denken.

Diese heitere, unaufdringliche Selbstverständlichkeit, mit der hier ein Mensch etwas tut, das nicht „normal“ ist und vielleicht eben deshalb, so schön und wichtig . . . Für mich hat das immer auch mit der eigentlichen Aufgabe, Bestimmung von Kunst zu tun: zu überraschen. Und dadurch immer wieder zu zeigen, dass jede und jeder von uns soooo viel mehr ist, als man denken würde, vor allem man selbst. Diese Vielfalt an Fähigkeiten und Ideen in mir und Dir, uns, ihm und überall! Nicht nur so genannte KünstlerInnen haben das, sondern jedes Wesen, das auch DU bist, trägt etwas von dem Potential in sich.

Der Herr, und er war ein Herr, spielte völlig absichtslos, so schien es mir. Einfach für sich – vielleicht noch für den Tag, den Baum vis a vis. Und doch hat er allen, die ihn gehört haben, ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Einfach so.

Sein ist das eigentliche Tun.

Das sagte vor kurzem jemand zu mir. Zu mir, die oft darüber nachdenkt, was es zu tun gilt. Ich tun sollte. Auch mit dem Schreiben. Ob es gut genug ist, ob ich das soll, darf . . . ob es irgendwer braucht, gerade auf mich und mein Schreiben wartet. . . Und – ich gebe es zu – ich gehe da mit mir nicht immer wertschätzend und ermutigend um. Nein. „Auf Dich hat die Welt gewartet“, ist ein K.O. Argument. Mehr ein Schlag in die Magengrube. Ja, so bin ich manchmal mit mir. Dann kommt SHE, trompetet oder berührt mit ihrem Rüssel ganz sanft meinen Arm, oder führt mich zur richtigen Zeit durch den Park, um ihn zu hören.

Es geht ums Teilen. Und Loslassen.

Das sagt SHE in diesem Moment. Du hast eine Idee, für eine Geschichte, Töne, Schmuck, Töpfereien oder eine Tasche. Ein Lied, eine freundliche Geste, ein Lächeln. Einen Impuls, ES jetzt zu tun. TU ES!

Ich bitte Dich. SHE und ich und die Schmertterlings-Frau und der Querflötist auf der Parkbank, wir bitten Dich: TU ES. Einfach so. Ohne Absicht. Einfach um der Idee Ausdruck zu verleihen und dann lass´ sie wieder los. Und sie – ES – sucht sich seinen, ihren Weg. Von dem Moment an gehört ES nicht mehr Dir oder mir . . . ES gehört sich selbst. Wir waren Geburtshelfer, vielleicht für ein Lächeln. Vielleicht für ein Wunder . . wer von uns kann den Unterschied – auf´s Ganze gesehen – erkennen?

Es gibt dadurch etwas mehr von SHE und ES und Freundlichkeit und Heiterkeit in der Welt. Das ist doch Grund genug! 🙂

P.S. https://shetheelephant.com/2018/06/17/eine-freundin-von-she/

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