Über den Tod und darüber hinaus

Das kommt jetzt vielleicht etwas plötzlich, aber ich frage mich – einfach so – es geht mir gut! – wie ist es eigentlich zu sterben? Was wenn der Tod – mein Tod, der eines Tages kommen wird – ja und auch Deiner – nicht kalt ist, nicht Einsamkeit bedeutet, Verlust, Angst und das Große Nichts. Es auch nicht die Idee von Himmel und Hölle braucht, keine Engerl, die auf Wolken sitzen. Keine Pforte, durch die man erst Mal kommen muß . . .

Was wenn der Tod eine Umarmung ist, der ein gemeinsames miteinander Spazieren voraus geht. Ein Schlendern, man lernt sich kennen. Und der Tod ist nicht d e r Tod, er kann auch weiblich sein. Die Tödin, oder auch gern alles dazwischen und darüber hinaus. Man geht da also so, man muss auch gar nicht sprechen, denn mit ihr – ihm kann man wunderbar schweigen. Kein peinliches Schweigen, nein ein Schweigen das einen beruhigt. Als Ganzes zur Ruhe kommen läßt, Ausatmen läßt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und dann – im Moment des Todes – werde ich umarmt, hineingenommen in ein großes Paar Arme, die Wärme und Frieden ausstrahlen. Vielleicht riechen sie nach Erde, frisch gemähtem Gras oder doch Sommer-Regen.

Und ich höre eine Stimme, die sagt: Willkommen im Schoß von Mutter Erde.

Zu viel?

Mutter Erde. Für mich fühlt sich das gut an, so zu sagen mit Haut und Haar – aufgenommen zu werden. Teil von Etwas Großem zu sein.

SHE kennt Mutter Erde sehr gut und mag sie. Ist Teil von ihr. „Wie wir alle Teil davon sind. Teil von Mutter Erde und dem Himmel, den Sternen . . . Alles eins. Ihr Menschen macht einen Fehler, wenn ihr all das trennt. Himmel und Erde. Körper und Geist . . .“ Vielleicht dachten wir, es trennen, „auseinander klauben“ zu müssen, um es besser zu verstehen, erforschen zu können? SHE hält nichts davon. Bleibt bei ihrer Überzeugung, dass Trennen: Schwarz – Weiss – Alt – Jung – Mann – Frau – Körper – Geist . . . nicht richtig ist, weil damit immer eine Bewertung einhergeht. Eben gut oder böse.

Ich folge ihr schweigend durch den Park. Bereue fast, diese Frage des Sterbens angesprochen zu haben. Doch da atmet sie hörbar aus, als würde etwas abfallen. Und SHE sieht mich direkt an und meint:“ . . . aber was soll´s. Die/der Tod bringt alles wieder in Ordnung.“ Ich bin verwirrt und verstehe nicht.

„Weil Sterben ein Zusammenführen ist, von ALLEM, das Du bist, warst und jemals sein wirst. Ein liebevolles, beschütztes Miteinander, bis es dann weiter geht.“

P.S. ein besonderer Spaziergang – nicht mit dem Tod, doch die Hündin Resa war wie immer dabei und hält nichts von dem „Irgendwo Hingehen“ – ob nun hinauf oder hinunter. Resa meint: „Den Tod gibt es nicht. Punkt. Und ich bin der Beweis: ich bin hier, bei Euch.“

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