Nackt und allein Einssein.

Lange haben wir nicht von uns hören lassen – SHE und ich. Verzeiht. Wir – vor allem ich, waren müde. Ja die Welt, das Leben kann einen erschöpfen, vor allem uns Menschen. Dachte ich.

Bis ich diese außerordentliche Dokumentation auf arte über ein Elefanten-Schutzzentrum in Thailand sah. Lek, die „Elefantenretterin“, Begründerin und Leiterin des Zentrums beobachtete, dass sich „ihre“ Elefanten während der Pandemie nochmals entspannter und anders verhalten haben, als in dem ansonsten schon sehr „elefantenfreundlich“ geführten Zentrum. Als würden sie ausatmen, ganz zu sich kommen, sie selbst sein können . . . diese Einsicht ist für sie nun Motivation, die Anlage in Zukunft ganz ohne BesucherInnen finanzieren zu können.

Die Bilder, Blicke, Bewegungen der Elefanten und die Aussagen dieser so mutigen, feinfühligen, kleinen Frau haben mich tief berührt. So sehr berührt und ich habe anfangs nicht verstanden wieso. Weil selbst hochsensible, spirituelle Wesen Ruhe – noch mehr Ruhe – brauchen? Selbst Elefanten? Weil in dem Menschen – Dir – mir – ein solches Wesen steckt?

Vielleicht geht es nicht nur um Work-Life Balance und Auszeiten – Nischen der Achtsamkeit oder Yoga-Stunden . . . vielleicht hat sich diese Welt viel zu sehr von ihrem eigentlichen Rhythmus entfernt. Also, was tun?

Ja, ein Stück weit Rückzug. Auszeit. Und viel draussen sein . . das ist es für mich. Und doch. Man/frau kann lange neben Wiesen, Bäumen, Seen, Menschen entlanggehen . . wann entsteht Verbindung? Wirkliches Andocken? Durch Gespräche, Blicke, wahren Austausch, sich Zeigen . . . und ja – Berührung.

Wie die Welt – Mutter Erde und Himmel – berühren? Wieder Teil davon sein . . . Einswerden?

Ich konnte nicht anders, mich zog es so sehr zu diesem schwarzen See. Weg von den Menschen, dem Kirtag. Mitten in der Nacht, kurz vor Vollmond atmete ich aus, weit draussen auf dem Steg. Als wäre ich schon mitten am See, in dem sich der sternenklare Himmel und die umliegenden Berge spiegelten. Kitschig? Nein. Andächtig fühlte es ich an. Ich mich. Und – Gott sei Dank – kann ich nicht am Steg stehen bleiben, sondern muss hinein. Nackt in das schwarze Wasser, das zwar kalt und doch weich war. Mich umschlossen, gesehen und aufgenommen hat. Und nicht nur der See, alles hat sich für mich in diesem Moment an, in diesem See getroffen, um zu berühren, sich berühren zu lassen. Zutiefst.

Und ich war – wieder – Teil davon. Bin es noch. Angedockt. Wieder verbunden, mit diesem großen Ganzen, das in allem ist. Alles ist.

Und ja, SHE war mit dabei. Und auch sie brauchte es mit jeder Faser, ihres großen, grauen Körpers und ihrer Seele, so sehr. Auch ein Geschenk aus dieser Nacht, das Verstehen, dass selbst die scheinbar, größten, stabilsten Kreaturen immer wieder andocken müssen. Nicht unkapputtbar sind. Nein, sondern verletzbar und fragil, denn vielleicht sehnen wir uns – solange wir verletzbar sind – nach dem großen Ganzen und wir machen uns auf den Weg – immer wieder – so wie wir sind: nackt und allein. Um Eins zu werden.

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