von allein – via fast verliebt – bis tief berührt

Ich hätte es ahnen können . . . wurde aber dann doch wieder völlig überrascht. Ein eindeutiges Anzeichen war allein die Tatsache, dass sich eine unsichtbare, afrikanische Elefanten Dame in einem nicht allzu großen Panorama Café am Vormittag in der Stadt Salzburg eingefunden hatte . . SHE wollte unbedingt mit zur Lesung von Daniel Schreiber aus seinem Roman Allein im Rahmen des Literaturfestes Salzburg.

Vielleicht weil SHE ihn kennt, diesen besonderen Mann, der auf so wertschätzende und kluge Art seine Gedanken und Gefühle teilt. Zur Verfügung stellt, in der Hoffnung uns zum Nachdenken, Nachfühlen anzuregen und ja, uns so verbindet. Denn wenn uns bewußt ist, wie viele Menschen nicht in einer romantischen Paarbeziehung leben, sondern allein, kann man darin auch ein Wir finden, meine ich. Und! wir beginnen vielleicht als Gesellschaft, die bis heute allein wahre und wirklich anerkannte Lebensform der Paarbeziehung zu überdenken und werden mutiger und kreativer und offener und freundlicher gegenüber anderen Arten zu leben – beginnend bei uns selbst.

Und dann kennt SHE ja auch mich und ahnte wahrscheinlich wie sehr mich ein solcher Mensch, eine solche Seele in einem solchen Körper begeistern würde. Wann habe ich das letzte Mal das Gefühl von „In Dich könnte ich mich verlieben“ gehabt? Lange her. Gestern war es so. Und hätte ich mich ganz in dieses Gefühl fallen lassen, dann hätte ich die Wärme im Magen und die Vorfreude auf der Haut wahrgenommen und die Menschen rund um mich mein Lächeln . . . Vielleicht konnte ich, das im Körper aufsteigende Gefühl des sich verlieben so bewußt wahrnehmen und genießen, weil von Anfang klar war, dass es nichts werden wird. Nein, keine Feigheit oder fehlendes Vertrauen meinerseits, einen sieben Jahre jüngeren Mann anzusprechen . . nein. Er würde sich nicht in mich verleiben, einfach weil ich kein Mann bin. Tja.

Aber er ist der Beweis, dass es sie gibt. Die Menschen, die einen mit ihren Worten, der Stimme, dem Körper in dem sie stecken, wach küssen und ins Hier und Jetzt katapultieren. Ein freudiges, lebendiges Hier und Jetzt. Welch ein Geschenk!

Und freudig und dankbar stehe ich dann in der Reihe, um mir mein Buch signieren zu lassen, als ich sehe, dass die Dame vor mir einen ca. 5 jährigen Buben dabei hat, ihren Enkel. Große dunkle, wache Augen und er erklärt stolz, dass er die ganze Zeit bei der Lesung dabei war! Und dass auch er etwas zum Alleinsein und zum Tod – ihm Rahmen der Fragen aus dem Publikum – sagen hätte können. Nun holt er das Autogramm von Daniel Schreiber und bespricht mir ihm die Widmung – Für Oma Susi.

Ja, SHE kennt auch ihn. Diese alte Seele in jungem Körper. Schon zwei faszinierende Männer an einem Vormittag 😉

Und in mir meldet sich neben der Vorfreude der fast frisch Verliebten, die der hoffentlich zukünftigen Oma! Unglaublich. Gekommen war ich als nachdenkliche Allein Stehende – was immer das bedeutet. Gegangen bin ich als fast Verliebte und berührte, hoffentlich auch einmal Oma . . .

Ein guter Vormittag, fand SHE. Wie wahr!

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