Vom Loslassen. Und Lieben.

Wieder mal ein Spaziergang in „meinem“ Park. Dank sei der Hündin!

Und ja erstaunlich, dass einem während der fast immer gleichen Runde durch den ein und selben Park, immer wieder etwas anderes klar, bewußt werden kann. Oder ist es im Grunde genommen immer wieder dasselbe?

Heute, eben kamen mir die Tränen. Tatsächlich. Echte Tränen. Ich weiß nicht, ob es Freudentränen oder Tränen voller Traurigkeit waren. Sind. Wahrscheinlich beides. Geht das? SHE sagt Ja und ich spüre ihre Berührung. Ihren Rüssel auf meinem rechten Handrücken.

Warum ich weine?

Meine Tochter war auf Besuch da. Und das ist es wohl. Sie war auf Besuch da. Sie ist nicht nachhause gekommen. Wo immer sie in Zukunft zuhause sein wird, es wird nicht hier sein. Nicht an diesem Ort. Und sie wird immer bei mir als der Mensch, der ich bin, die Seele, zuhause sein. Meine Seele wird immer bei ihr zuhause sein. Das ist auch ein Grund für die Tränen. Die Freuden-Tränen. Dass mir einmal mehr und doch neu bewußt geworden ist, wie sehr ich diesen Menschen, diese Seele mag. Respektiere. Liebe. Und das bedeutet, dass sie mir nicht gehört. Nie gehört hat. Ich durfte sie für eine Weile begleiten. Und diese Zeit ist nun vorbei. Vielleicht nur in diesem räumlichen Sinn . . . Und doch. Sie ist, wird immer mehr der Mensch, der sie sein möchte . . . braucht man dazu eine Mama? Vielleicht eher eine Freundin.

Und man – sie – muss dafür ihren eigenen Weg gehen. Also gilt es, den Weg frei zu machen. Das bedeutet los zu lassen. Loslassen in Reinkultur.

Kenne ich Loslassen müssen? Ja, wenn eine Liebe zu Ende geht, ohne dass sie endet. Manchmal liebt man sich und muß sich doch trennen. Habe ich Losgelassen werden  und doch weiterhin spürbar geliebt werden, schon erlebt? Wurde ich mit diesem Gefühl, diesem Anliegen jemals ganz verstanden? Nein, ich denke nicht.

Um so mehr möchte ich das Gefühl geben. Denjenigen oder diejenige wirklich verstehen, wenn es diese Form von Liebe braucht. Wenn lieben loslassen bedeutet. Nicht fallen lassen, sondern respektvoll und liebevoll zur Seite treten.

Vielleicht ist es auch das, was SHE so besonders macht. Ihre einmalige Art mich zu begleiten. SHE erwartet nicht das Geringste von mir und gibt mir gleichzeitig das Gefühl, sich der Größe der Beziehung immer bewußt zu sein. Bedingungslos also. Bedingungslos, frei und voller Vertrauen. Und diese Qualität von Verbindung braucht auch keine Beweise. Ist an keinen Ort gebunden. Keine Erscheinungsform. Keine Zeit. Sie ist. Und zeigt sich manchmal zwischen einer Frau und einer unsichtbaren Elefanten-Dame. Einem Mann und einer Frau. Und manchmal zwischen Mutter und Tochter.

Ein Gedanke zu “Vom Loslassen. Und Lieben.

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