Schlafen Elefanten?

 . . . ich wurde gefragt, ob SHE auf Urlaub ist, weil ich schon einige Sonntage nicht mehr von ihr geschrieben habe.

Nein, auf Urlaub ist SHE nicht. Das wusste ich . . . aber was war, ist los mit ihr? Ich wusste es lange nicht.

Und gestern Nachmittag – natürlich bei einem Spaziergang mit meiner Hündin! – wurde es mir klar. Ich sah sie und mein erster Eindruck war, SHE schläft. Sie stand da, ganz still, ihr Rüssel ruhte auf dem Boden, die Augen waren geschlossen.

Aber das war es nicht. Elefanten brauchen sehr wenig Schlaf. Frei Lebende noch weniger, wie ich herausgefunden habe. Leit-Tiere am wenigsten. Es scheint als würden ihnen zwei Stunden am Tag reichen und in Situationen der Gefahr, können sie tagelang ganz darauf verzichten. Generell gilt für eine Elefanten-Herde: eine passt immer auf.

Und das macht auch SHE the elephant. Sie passt auf mich auf. Und sie wollte mir – in diesen letzten, schwierigen Tagen – mit ihrem scheinbaren Dösen, etwas sagen. Ich lerne derzeit viel über das Loslassen, und was es bedeutet sich Sorgen zu machen, Trauer zu empfinden. Und SHE wollte – will – mir helfen. Was auch sonst.

Was sie mir sagen wollte?

Nun, SHE kennt ein Heilmittel. Eines, das mir hilft. Immer. Und auf das ich oft vergesse, mir vielleicht bis gestern nicht bewusst war, dass es ein Heilmittel ist. Mein Heilmittel. Vielleicht auch Deines?

Stille.

Tatsächliche Stille. Im Aussen wie im Innen.

Keine Musik, keine Gespräche, keine Gedanken, kein Hinterfragen oder lautes Ablenken. . . . sondern Stille. Die Stille in einem Park um sieben Uhr morgens, die Stille am Berg, Stille in mir, wenn ich zur Ruhe komme und nur auf SHE höre. Auf ihr fast nicht hörbares Ein- und Ausatmen. Die Stille, die in einer Wohnung herrscht, in der nur der Hund manchmal gähnt oder sich streckt.

In dieser Stille taucht das Vertrauen in mir wieder auf. Wird sichtbar, fühlbar. Und die große Übung des Loslassens kommt in Balance, weil der Gegenpol des Loslassens plötzlich – ja – aufersteht. Die andere Seite der Medaille. Die, die den Geschmack des Loslassens, der für mich immer auch ein bisschen bitter ist und etwas von Treiben im All an sich hat, auf fängt. Trägt. Das Einlassen in dieses Vertrauen in das Leben, . . . und SHE, und den Park, und mich, und Dich, und, und , und . . . Ich kann dann auch einen Menschen loslassen in sein, ihr neues Sein, weil ich mich gleichzeitig einlasse auf das Leben. Das Große, Ganze.

Und die Stille zeigt mir den Weg. Richtung Einlassen. Immer.

Danke SHE.

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