viel zu groß, sagt SHE

SHE the elephant, die großartige Elefanten Dame liest grundsätzlich keine Zeitungen, soweit ich das beurteilen kann. Ich habe auch noch nie erlebt, dass sie sich zu einem tagespolitischen Thema oder einer Schlagzeile äußert.

Ich bin daher wirklich erschrocken, als sie wild los trompetet, als ich einen Artikel über den festsitzenden Riesentanker lese. Ich dachte es brennt oder sie nimmt irgendetwas Schreckliches wahr, bevor ich es sehe, rieche, höre . . . Doch nichts war los. Nur das Bild des Tankers . . .

NUR! trompetet SHE. Nur! Dieses Teil ist VIEL zu groß!

Du bist auch groß . . . , ist meine intelligente Antwort.

Eben! Und wenn ich, das größte Landsäugetier, Dir sage, dass dieses Schiff VIEL zu groß ist, dann heißt das etwas!

Ihr Stimmung wechselt und aus Empörung wird Trauer, und ich verstehe noch weniger . . . Entschuldige, aber ich begreife nicht, was Dich an diesem – zugegeben – riesigen Tanker so irritiert. Er steckt ja eh fest . . ?

Ja, das ist es. Vielleicht begreift ihr es jetzt. Jetzt, da es eigentlich schon zu spät ist. Hier, auf dieser Welt gerät alles aus dem Lot, weil der Mensch sich ausdehnt, als gäbe es nur ihn. Ihr baut und fischt und erntet und fällt, als ginge es nur um Euch. Nur den Menschen. Dieser Mega-Tanker ist voll mit Dingen für Menschen, er wurde so riesig gebaut um noch mehr Dinge für noch mehr Menschen zu transportieren, dank dem Suez Kanal in noch kürzerer Zeit!

Und jetzt steckt er fest. Mir dämmert schön langsam die Parallele, fast ein Gleichnis: Das Menschenwerk steckt fest.

Schön, wenn es Dir dämmert. Wenn ein Riesentanker schafft, was eine Pandemie nicht schafft . . .

Oha. Heute ist tatsächlich ein ganz besonderer Tag, ein Tag wie ich ihn mit SHE noch nie erlebt habe. SHE hat schlechte Laune.

Wundert´s Dich, mischt sich nun auch noch der Franzl ein. Die kleine Rehbock-Figur, die so viel mehr ist und nach wie vor auf der Anrichte steht. Seit 200 Jahren hat die Ausbeutung der Erde durch den Menschen derartig an Fahrt aufgenommen . . . da kann einem, selbst als zeitlosem Wesen, schlecht werden.

Ja, ich verstehe. Und schlagartig macht sich auch in mir Hoffnungslosigkeit breit. 20 Jahre spenden für Greenpeace per Dauerauftrag, schießt es mir durch den Kopf, umsonst. Und dann bahnt sich doch auch Wut durch die Mutlosigkeit . . . aber seid ihr nicht genau dafür da – Du Franzl und Du SHE!

Wofür genau sollen wir da sein?

Für Hoffnung und Zuversicht und . . . ja, Vertrauen in eine höhere Macht, dass wir das hier wieder ausbügeln können.

Franzl scharrt förmlich mit den Vorderhufen und SHE trompetet – was ist nur heute mit ihr los? – Sollen WIR jetzt etwa dafür sorgen, dass der Tanker wieder los kommt?!

Nein! So habe ich das nicht gemeint. Nur, wenn ihr Euch wie wütende, traurige Menschen verhaltet, dann . . . dann ist das nicht gut. Dann geht die Zuversicht, das Vertrauen. Ich fühle mich in der Verantwortung für die zwei und möchte sie aufbauen, ihnen Mut machen, wie sie es so oft für mich getan haben.

Das mit dem Tanker zeigt vielen Menschen wahrscheinlich, hoffentlich, wie verfahren unsere Situation ist. Viele Menschen verstehen schon lange, dass wir anders handeln müssen. UND handeln anders, neu, bewußter. Denkt daran. Denkt auch daran, dass bald Ostern ist.

Ostern? Was helfen uns Eier?, grummelt Franzl vor sich hin.

Nicht die Eier! Die Idee dahinter. Auferstehung, eine Befreiung.

Ostern soll den Tanker befreien? Und das soll der Welt helfen?

Himmel, mir dem ist es aber heute wirklich nicht nur leicht! Nein, Franzl. Ostern soll nicht dem Tanker helfen, sondern der Welt. Indem die Menschen einmal mehr erkennen, dass alles mit allem verbunden ist. Das alles Folgen, Auswirkungen hat, aber nicht nur im Negativen, sondern auch im Guten. Das Handeln einer Person, ob Mensch oder zeitloses Wesen, kann der Beginn von etwas Neuem, Besseren sein. Das ist Ostern.

Und Ostern ist nicht nur einmal im Jahr, Ostern in diesem Sinn, kann jeden Tag sein.

Und deshalb dürfen wir auch nicht aufgeben. Du hast recht, meint SHE. Sie schüttelt sich, wie es manchmal auch meine Hündin macht, vielleicht um alte, üble Energien los zu werden, und trompetet noch einmal. Ja, bei mir ist heute was los . . .

Der Tanker ist viel zu groß. Aber deine und meine und auch Deine Zuversicht, Hoffnung und Tatkraft sind groß genug.

Und damit habe ich – die Menschin 😉 – an diesem „wir stellen auf Sommerzeit um und Vollmond Tag! – den beiden zeitlosen Wesen Mut gemacht und so fühlt es sich auch an. Man spürt sie wieder, die österliche Zuversicht und den Humor, sowohl bei SHE, der Hündin und selbst auf der Anrichte. Und ja, ich fühl sie auch. Und sogar etwas von dem zeitlosen Wesen in mir . . .

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