riding an elephant

 . . wie leicht ist es zu sagen, das mußt du ändern – entspann dich – damit mußt du dich auseinandersetzten –  das solltest Du Dir anschauen – aber, denk´nicht soviel nach! . . .

Und wie schwer ist es das zu tun. Manche hoffen auf die Zeit, denn die heilt alle Wunden. Tut sie. Tut sie es wirklich? Ich denke immer mehr, dass sie es nur zu einem gewissen Teil kann. Sie hilft, indem wir Strategien, Methoden entwickeln, damit umzugehen, damit leben – überleben lernen. Der Grundschmerz, die Essenz der Verletzung bleibt. Bis wir sie verstehen. Sehen und . . großes Wort: transformieren. Soll heissen: in etwas Wertvolles, wenn nicht sogar Gutes verwandeln.

Wie soll das denn bitte gehen?! Hab´ich mich auch lange gefragt. Und empfand all diese „weisen“ Worte und Ratschläge als zynisch . . . meine Erfahrung heute ist: in jedem Schmerz steckt ein Schatz. Und den gilt es zu finden. Wieder große Worte – ich weiss.  Lass mich Dir erzählen, wie ich das meine . .

Dieser Schatz, dass ist das Wissen, die Essenz des Lebens in seiner ganz großen Dimension. Und dieser Schatz ist in jedem Wesen, vielleicht sogar in jedem Baum, jedem See . . immer anders, immer ein anderer Aspekt des großen Ganzen und im Endeffekt doch ein und der selbe.  Und ja, er steckt auch im Tod. Denn der ist Teil dieses Lebens.

Super . . und wie komm ich da hin? Wie entdeckt man diesen Schatz?

Erstens es ist nicht der eine Schatz, mit dem es dann auch getan ist – nein. I´m sorry – es sind viele Schätze. Es ist wohl mehr wie Gold waschen an einem Fluss. Einem großen Fluss.

Und ja – es ist nicht nur leicht. Im Gegenteil. Es scheint in uns Menschen einen Mechanismus zu geben, der das Vertraute dem Neuen vorzieht. Egal wie mühsam, traurig oder schmerzhaft das Vertraute auch ist. Es braucht einen Anstoß von aussen oder einen großen Schmerz, um den Mut aufzubringen, sich dem Neuen, dem Schatz zu öffnen. Und ja – es tut mir leid – aber meistens führt der Weg zum Schatz, durch den Schmerz. Die gute Nachricht ist, der Schmerz dauert nicht mehr so lange – es braucht keine weiteren Jahre . . nein. Auch leben wir in einer Zeit, in der es so viel Unterstützung gibt – von der klassischen Gesprächstherapie bis hin zu Aufstellungen, verschiedenste Coaching-Methoden . . Finde Deinen Weg.

Das Alte, Vertraute loslassen . . macht auch Angst. Nicht alles geht und verschwindet. Nein – loslassen bedeutet nicht wegwerfen , sondern  . . es ist als würdest Du deine Hand, die eben noch zu einer Faust geballt war, an deinen Oberschenkel gedrückt, nach oben bewegen und die Finger ausstrecken. Nichts, was du in der Hand hältst wird fallen, nur das, was gehen möchte, was Du los lassen möchtest, kann dann gehen. Du gibst es frei.

Ich durfte vor kurzem eine Frau in einem Coaching-Gespräch – ihr erstes! – begleiten und war tief beeindruckt. Wieviel Schmerz. Wie tapfer hat sie ihn über Jahre ausgehalten, überlebt, mit ihm gelebt. Natürlich hat er sie geprägt . . und nun dieser Mut, ihn gehen zu lassen.  . . denn das bedeutet ihn nochmals zu erleben. Und einen wesentlichen Teil von sich selbst zu verabschieden. Oft war der Schmerz und die daraus entstandenen Muster eine Stütze. Hilfe. Das darf man nicht vergessen . .

Die Frau war nicht allein. Ich – ihr Coach – war da und auch she the elephant – stand da in dem Raum, im Eck und füllte ihn, mit ihrer Kraft und Zuversicht. Mit Frieden. Und so konnte die Frau weinen, atmen, immer weiter atmen – den Schmerz ausatmen. Sie holte sich im Geiste Unterstützung und stellte diese Menschen hinter sich und da stand auch SHE. Und  irgendwann ist es passiert – ich weiss nicht wie. Die Frau ist auf dem Elefanten geritten. Mehr noch – galoppiert! Mit einer Kraft und Intensität. Und es war klar.  Sie hat ihn gefunden, diesen einen Schatz in ihr – einer von vielen –  strahlend, pulsierend, voller Leben.

 

P.S.  . . am nächsten Tag hat sie angerufen, dass es ihr nicht gut geht. Wer nach einem Schatz gräbt, bringt viel Gestein in Bewegung . . und sehr wahrscheinlich ist sie auf eine Goldmine gestossen, die sie tief in den „Berg“  führen wird. Gewinn garantiert. Aber auch  Geröll . .

P.P.S.    SHE – und ich schließe mich dem an – auch meine Hündin! – ist für ein bewegtes Leben – inklusive Schatzsuche und Geröll . . und manchmal sogar Elefanten-Reiten!

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