Anlehnen

Als selbst reflektiertes, intelligentes Wesen – inklusive Coaching Ausbildung! –  schlagen alle Alarmglocken in mir an, wenn ich traurig ist.

Traurig. Was soll das sein? Ein Thema nicht bearbeitet? Aus irgendeiner Opfer-Rolle noch nicht ausgestiegen? Etwas noch nicht verstanden, los gelassen, abgelöst . . aufgestellt?

Andere tun wahrscheinlich anderes, um diesen Zustand so schnell wie möglich zu beenden. In mir fährt sich eine Coaching „Maschinerie“ hoch, die nichts will, als das Problem – die Ursache für die Traurigkeit – aus der Welt zu schaffen. Und dann starte ich und es rattert in mir . . und dann kann ich auch noch den kinesiologischen Muskel-Test zur Hilfe nehmen! Doch alle Tests zeigen – es braucht nichts?! Ich finde nichts. Gar nichts will verstanden, abgelöst oder bejaht sein.

Was ist denn jetzt los mit mir? Nichts ist zu tun – und ich bin immer noch traurig??

Ja, ich gebe es zu – erst nach Stunden des Fragens, Hinterfragens, und nochmal Suchens in mir, kommt mir die Idee, SHE zu fragen.

Wie meine Hündin immer sagt . .  ich bin nicht die Schnellste.

Was SHE dazu sagt, zu dieser Traurigkeit, die kein Drama ist, sondern eher etwas Stilles, beinahe Freundliches an sich hat . . SHE sagt nichts. Sie lässt mir ein Bild zu kommen – meine Stirn an ihre Stirn zu lehnen.

Wie bekannt ist, ist SHE ein afrikanischer Elefant und ich eine 165 cm große Europäerin. Also gut – dann steige ich eben auf eine Leiter.

Ich spüre ihr Haut – die mich an Radiergummi erinnert – und fühle noch viel mehr. SHE. Ihre Ruhe, Ihre Ausstrahlung. Ihren Atem. Instinktiv lehne ich mich noch mehr an sie und atme tief ein und noch mehr aus. Ich passe mich ihrem Atem-Rhythmus an . . . der ist sehr langsam. Sehr. Und sehr tief. Und plötzlich geht es mir nicht mehr darum meine Traurigkeit los zu werden. Sie darf sein. Und nein. Sie löst sich dadurch nicht auf. Sie bleibt. Doch etwas verändert sich . . ihre Konsistenz . . als würde man Eiweiß zu Ei-Schnee schlagen. Sie wird leichter.

Alles wird leichter, wenn man sich anlehnt. An jemanden, etwas. Einen Elefanten . .

P.S. . . ich weiß, ich weiß. Wen diese Erkenntnis über die Wirkung des Anlehnens wirklich nicht erstaunt, ist meine Hündin. Und sie hat recht. Natürlich.

Wieviele Wesen – ob von dieser Welt oder einer anderen! – stellen sich uns zur Verfügung, um uns an sie anzulehnen! Einfach so. Nur .  . sich anlehnen, das muß man selbst tun 🙂

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