Hauptursache für Wind sind räumliche Unterschiede der Luftdruckverteilung. Dabei bewegen sich Luftteilchen aus dem Gebiet mit einem höheren Luftdruck – dem Hochdruckgebiet – solange in das Gebiet mit dem niedrigeren Luftdruck – dem Tiefdruckgebiet –, bis der Luftdruck ausgeglichen ist. Bei Wind handelt es sich daher um einen Massenstrom, der nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik eine Gleichverteilung der Teilchen im Raum und damit eine maximale Entropie anstrebt . . . sagt Wikipedia über Wind.
Mir fiel er besonders gestern auf, als er zart und warm als Brise daher kam. Ja er wird auch als Föhnwind bezeichnet und ich frage mich wer vorher da war, das Gerät Föhn oder der Wind? Ich denke der Wind . . . Manchen ist er zu warm, zu ungestüm. Als die Brise mögen SHE, meine Hündin und ich ihn sehr gern. Kein „um zu“ darin. Viel mehr erinnert er mich an ein Kind, das einfach spielt. Versunken in sich selbst und somit auch in etwas Größeres, Unsichtbares. Jetzt.
Als würde Dich jemand streicheln. Zärtlich und doch absichtslos. Was mit dem Föhn-Wind in meinem Fall einhergeht, ist das Bedürfnis weniger Stoff auf der Haut zu haben – SHE und die Hündin tun sich da leichter. Ich krame Sommerkleider heraus, kurzärmelige Shirts, weil die Sehnsucht der Haut nach Wärme so groß ist. Berührung. Tatsächlich etwas warmes, angenehmes zu spüren – auf meiner Haut – fühlt sich für mich wie eine Ur-Sehnsucht an. Wonach?
Wer mich berührt – zärtlich – sieht mich. Erkennt mich vielleicht sogar, will mich kennen lernen. Im Idealfall nicht nur meine Haut . . . Der Wind kennt mich schon. Freut sich, mich wieder zu treffen. Also ein Wiedererkennen.
Und ein Ausgleichen, meint SHE. Wenn nicht sogar ein Erfüllen. Ist nicht laut Wikipedia das eigentlich Ziel des Windes ein Gleichgewicht herzustellen, zwischen Hoch- und Tiefdruckgebiet . . . Und in Dir berührt er eine Sehnsucht und erfüllt sie vielleicht ein bisschen.
Ich frage mich, ob es nicht auch darum geht, uns an diese Ur-Sehnsucht immer wieder zu erinnern. So machen wir uns immer wieder auf den Weg, sie zu erfüllen.
Wie das zu Ostern passt? Keine Ahnung. Hat der Wind im christlichen Sinn nicht eher mit Pfingsten zu tun? Wie auch immer . . . doch schon während des föhnigen Spazierganges fiel mir Martin Buber ein, der in seinen Chassidischen Geschichten von einem Mann schreibt, der zum Rabbi geht und sagt: Ich gebe Dir einen Gulden, wenn Du mir sagst, wo Gott wohnt. Der Rabbi antwortet ihm: und ich gebe Dir zwei Gulden, wenn Du mir sagst, wo er nicht wohnt.
In diesem Sinn: Gesegnete Ostern!
Hertlichen Dank!
Ich wünsche Dir ebenfalls ein Gesegnetes Osterfest!
LG, Max
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