Sie gehen mir nicht aus dem Kopf. Anfang Jänner sah ich die beiden im Park. Ja, ich war mit der Hündin unterwegs. Mir wurde erst später klar, dass auch die unsichtbare Elefantendame mit dabei war, als ich ihnen nachsah und fasziniert war.
Zwei Mädchen gingen da mit langen bunten Gewändern und jeweils einer Krone um den Arm. Tatsächlich um den Arm, denn sie hatten die Krone nicht am Kopf sondern waren mit dem Arm durch geschlüpft. Königlich trugen sie ihr Haar. Beide hatten lange Haare, sie trugen es offen und es war sichtlich frisch gewaschen, ich konnte es beinahe riechen. Sie sprachen miteinander und lachten. Sie waren sich dessen bewußt, dass man sie ansah, sie auffielen. Und sie zogen deshalb nicht den Kopf ein, nein, im Gegenteil, sie richteten sich auf. Nicht bewußt, absichtlich im Sinne von „jetzt erst recht“ oder aus Stolz, sondern unbewußt, ganz natürlich. Als wäre es einfach selbstverständlich und schön und gut, wer und wie sie waren.
Ja, ich nehme an, sie waren auf dem Weg um dann als zwei von drei Königen aufzutreten. Die Leute zu besuchen, in Erinnerung an die Drei Heiligen Könige, die angeblich den neu geborenen Jesus besucht hatten, mit Geschenken.
Die zwei Mädchen waren ein Geschenk für sich. Die Farben in die sie gekleidet waren, ihre Freude und Aufregung die man spüren konnte, und ja ihre Schönheit. Nein, nicht im Sinne von Barbies oder Schönheitsköniginnen, sondern. . . mir kommen Begriffe wie Kraft, Selbstwert und Selbstverständlichkeit. Frauen als Könige und ich schreibe bewußt nicht Königinnen.
SHE schloss sich ihnen an. Unsichtbar, heiter, alt und würdevoll. Drei Wesen um an ein neugeborenes Wesen zu erinnern, das, so denke ich, auch das wollte: Wir uns unserer Schönheit, Kraft und Freude bewußt werden und sie leben. In diesem Körper, als das gleichberechtigte Geschlecht – mit all seinen Varianten – und uns an uns erfreuen. Uns immer wieder überraschen lassen von dem was möglich ist und selbst die Überraschung sind. Wie lachende, bunte König*innen mit langen, duftenden Haaren im Park.