Alles ist gut

Ich sage sehr oft: „Alles ist gut“.

Zu Kolleg*innen, Mitarbeiter*innen, Freund*innen . . als meine Tochter noch mit mir wohnte, auch zu ihr. Und auch SHE ist für mich die Manifestation dieses Satzes. Und natürlich stimmt das so nicht. Es ist nie alles gut. Und dennoch, in ihm, wie auch noch viel mehr in dieser unsichtbaren Elefanten-Dame, steckt ein Frieden, eine Zuversicht, die tiefe Überzeugung, dass es diesen Zustand von „Alles ist gut“ gibt. Diese Sehnsucht danach erfüllt werden kann. Das ist dann so, als würde Dir SHE ganz zärtlich mit ihrem Rüssel die Wange streicheln, oder wenn Dir das Bild sympathischer ist, jemand, den du wirklich von Herzen magst, Dein Gesicht in seine oder ihre Hände nehmen. Du spürst die Wärme der Hände, quasi die Liebe und Wertschätzung, die für Dich empfunden wird. Und kannst sie annehmen, ganz in Dich lassen. Nicht nur die Hände, auch die Augen sagen Dir es, wie auch die Stimme, die es ausspricht . . . alles ist gut.

Also, woher kommt der Satz?, frage ich mich. Und SHE antwortet.

Von mir. Weil Du gut bis, alles an Dir, sagt SHE und ich verstehe nicht sofort, was sie meint.

Dieser Satz bedeutet – auch – dass alles an Dir gut ist.

Ich verstehe immer noch nicht und SHE setzt zu einer „Rede“ an, wie ich sie bei ihr noch nie erlebt habe . . . Diese Momente, in denen etwas nicht ganz rund läuft, man die Milch für die Gäste vergessen hat, ein Fehler im Job passiert, oder Du einfach nur deinen eigenen Erwartungen an Dich, die übrigens höher sind als von allen anderen rund um Dich!, nicht entsprichst, ploppt Angst auf. Die Angst nicht gut genug zu sein, generell nicht genug zu sein, denn die Angst, die mit dem Fehler oder der Befürchtung kommt, und sei er oder sie noch so unwichtig, ist meistens viel älter als der Moment. Viel größer und breitet sich in der Sekunde aus, wie schlechter Geruch. Sie dominiert dann alles.

Alles ist gut, will nun sagen, dass an Dir alles gut ist, dass Du viel mehr bist als diese eine Unvollkommenheit. Dass Perfektionismus per se langweilig und uninteressant ist, dass Du, so wie Du da stehst, gut bist. Ja, dieses Alles, dass Dich, mich . . . alles erschaffen hat, ist gut. Die Idee des Lebens, der Schöpfung ist gut und du bist Teil davon. Also, ist alles gut.

Ich bin beeindruckt. Ich war mir der Dimension des Satzes nicht bewußt. Ich hatte eher oft Bedenken, dass es doch falsch ist und pathetisch rüber kommt . . . aber ich mochte schon immer die Energie dieses Satzes. Jetzt erscheint er mir wie ein Mantra, ein Satz mit Kraft. Und im Augenblick der Unsicherheit ein Gegenpol. Ein Blick, der Dich, mich, uns als Ganzes sieht und erkennt, und sich nicht in die eine Sache, Begebenheit bohrt und so, welcher – fast immer – völlig sinnlosen Angst auch immer Tür und Tor öffnet.

Alles ist gut. Ein Satz wie SHE, der erdet. Und himmelt zugleich. Ein Satz für Dich.

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