Wenn Unsichtbares sichtbar wird

Was immer es genau ist, es hat mich sehr erstaunt. Und erfreut. Heute Morgen bei der üblichen Runde mit der Hündin. Nicht im Park sondern auf der Wiese. Weite Teile der Wiesen waren weiß, nicht schneeweiß, sondern überzogen mit Raureif. Ich habe mir die Mühe gemacht mich zu bücken und einen Grashalm gepflückt.

Als hätte ein Bildhauer winzige Konstrukte auf den Grashalm gesetzt. Woraus? Aus Wasser, nehme ich an. Wikipedia beschreibt diesen, wie sich heraus stellt, sehr komplexen Vorhang als „festen Niederschlag,  der sich aus unterkühlten Wassertropfen von leichtem Nebel oder direkt aus dem in der Luft enthaltenen Wasserdampf durch Resublimation bildet.“ Und was bitte ist Resublimation, frage ich mich. Ich lese nach und verstehe nur, dass es noch komplexer wird. Ich beschränke mich darauf das zu schreiben, was ich ansatzweise verstehe: es ist das Übergehen eines Stoffes vom gasförmigen in den festen Zustand. Aha.

Unsichtbares wird sichtbar, erklärt mir SHE.

Da stehe ich mit dem, auf einem Grashalm sichtbar gewordenen Unsichtbaren in der Hand und bin berührt. Dann bricht auch noch die Sonne durch den wolkenbedeckten Himmel und das gestern noch Unsichtbare glitzert in meiner Hand, zeigt sich in verschiedensten Formen auf Gräsern und Blätter. Übrigens habe ich gelernt, dass Raureif vergleichsweise selten entsteht und oftmals mit Reif oder Raueis verwechselt wird, eine Art Zwischenstadium.

SHE meint, dass es sich nicht nur um erklärbare physikalische Prozesse handelt, sondern dass diese physikalischen Ebenen, auch nur ein Zwischenstadium eines viel größeren „Zustandes“ sind.

Es braucht also einen Untergrund, irgendeine Basis, besondere Verhältnisse und dann passiert es manchmal. Etwas, das uns immer umgibt, da ist, vielleicht auf besondere Weise auch trägt, wird sichtbar. In welchem Stadium es sich auch zeigt, es ist großartig, es zu erkennen.

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