Kein Beitrag im Juli. Nicht, dass ich nicht nachgedacht und geschrieben hätte, doch zu lange ohne SHE. Das habe ich eben erst heute morgen verstanden. Ja, bei der üblichen Runde mit der Hündin. Bin ich abgetaucht in das „Wasserglas, den See aus Verletzlichkeit“ den ich das letzte Mal beschrieben habe? Ja. Keine Sorge, ich bin nicht ertrunken, sondern war gut ausgestattet mit Schnorchel und Flossen. Klingt nach Sommer, freudiger Aufregung – Abenteuer. War es eher nicht.
Was war es? Ein Treiben auf dem See, müde – ohne Luftmatratze. Mir kommt das Bild von Kate Winslet am Ende des Films Titanic, im kalten Wasser . . . Zu tragisch. Ich weiß. Vielleicht hat mich dann doch eine Trillerpfeife gerettet . . . rettet uns nicht immer eine Trillerpfeife des Lebens? Mein lebendiger Ton ist die Frage nach einer Schwester der Verletzlichkeit, oder ist es ein Bruder? Egal. Es geht um den Moment, das Zeitfenster vor der Verletzung.
Ein Moment des Glücks. Glück in verschiedenen Gestalten – Zufall, Gefühl, Erkennen, Körper, Begegnung . . . Bevor ich oder jemand anderer etwas in mir missachtet, verletzt – unabsichtlich oder voller Vorsatz, war da etwas. Eine Chance, eine Möglichkeit, sich zu zeigen. Anders, neu. Gesehen zu werden. Diese Chancen sind keine Solo-Vorstellungen. Nein, es geht um etwas Duales, ein Miteinander . . in „kleinster“ oder besser purster Form um mich und mein Selbst. Oder doch um Dich. Wir – uns?
Ich erzähle SHE von meinem Eindruck, dass diese Chancen – worauf, wozu auch immer – mir wie Zeitfenster erscheinen. Ein Time slot, der sich auch wieder schließt. Vorbei. Vertan. Ja, daraus – in diesem Erkennen bestehen auch Teile unserer Verletztheit. Vertane Chancen.
SHE lächelt zu meiner großen Irritation. Nein, sie lacht mich nicht aus. Niemals. SHE tröstet mich, denn She ist davon überzeugt, dass das Leben gnädig ist und uns immer wieder neue Chancen bietet. Immer wieder. Daran zu glauben, fällt mir in machen Momenten schwer. Doch Gott sei Dank glaube ich an Wiedergeburt. Und jetzt lacht SHE laut auf – ein Trompeten im Park: Und was ist das bitte anderes als eine weitere Chance?
Auf die Chancen und mögen wir sie erkennen. Und mutig leben!