Es gibt eine Ordnung. Das ist eine Antwort auf deine vielen Fragen.
Ich bleibe verwirrt stehen, ja, mitten im Park. Ich gehe wieder einmal mit meiner Hündin die morgendliche Runde und bin wohl tief in Gedanken versunken gewesen. Ich habe SHE, die unsichtbare Elefantendame nicht einmal bemerkt. Und dann sagt sie mir so was!
Äh, bitte wie soll Ordnung, eine Antwort sein?! Noch dazu auf meine Fragen, die mehr mit Kommunikation zu tun haben. Mit sprechen können, verstanden werden, verstehen und wer spricht eigentlich aller wann mit wem?
Ja, ich habe nach vielfältigen, besonderen Begegnungen auch Fragen. Und Antworten würden helfen, von verstehen spreche ich gar nicht . . . Fragen danach, wie es dem 62jährigen Mann geht, der aufgrund eines Gehirntumors nicht mehr sprechen kann und doch noch so viel versteht? Wie geht es mir, wenn ich neben ihm sitze und immer auch überfordert bin, davon laufen möchte und doch bleibe. Was ist Liebe und wie lebt man sie in einer langjährigen Beziehung, wenn einer noch einmal ganz neu, anders leben möchte, scheinbar muss? Stirbt diese Liebe dann? Was hat es mit dem Pfingstfest der Christen auf sich, wonach die Jünger Christi sich an seinem 50sten Todestag getroffen haben und sie plötzlich in allen Sprachen sprechen konnten. Alles, jeden und hoffentlich auch jede verstanden? Wie lange gehen Menschen schon in die Welt hinaus, weil sie – scheinbar – verstehen, DIE Antwort haben? Egal ob in Form der Wissenschaft oder einer Religion. Bringt das Verstehen? Oder ist das der Zeitpunkt, an dem man/frau aufhört, zuzuhören?
Ein Bauer hat heute morgen im Radio gesagt, dass der Boden erkennt, hört, wer auf ihm geht. Bäume hören einander zu und sprechen miteinander. Ich denke, dass der Wind mit allem spricht. SHE und meine Hündin mit mir. Der Tod hört in erster Linie zu. Ist da. Bleibt.
SHE fährt fort und meint: Hier stirbt jemand, dort wird jemand gezeugt. Alles geschieht gleichzeitig, ist immer mit allem verbunden. Und nicht nur auf einer Ebene. Alles ist viel größer als Du es in einer dualen Welt sehen, verstehen kannst. Manchmal macht das Angst, doch Angst ist keine gute Antwort. Und auch kein guter Ratgeber. Vielleicht hilft die Vorstellung, dass alles in einer Ordnung ist.
Aber ich habe keine Ahnung von der Ordnung, verstehe sie nicht. Sehe maximal kleine Fetzen der Ordnung, die überhaupt nicht geordnet wirken!, entrüste ich mich.
Ja, das ist die Herausforderung. Die Idee zuzulassen, dass es so viel mehr gibt . . . mich zum Beispiel, meint SHE sanft. In welche Welt gehöre ich, Deiner Meinung nach?, fragt SHE. In meine, antworte ich fast trotzig. Siehst Du. Und da wo ich bin, ist noch viel mehr. Und alles ist in Ordnung.
Ich verstehe nicht ganz, nicht mit dem Kopf. Eigenartigerweise versteht meine Haut in diesem Moment am meisten. Sie spürt den Unterschied zwischen Schatten und Sonne, SHE und die Schnauze meiner Hündin und vor allem den Wind. Ihn, der alles verbindet. Vielleicht ist die Seele die Schwester des Windes, schießt es mir durch den Kopf.
Ich ahne, dass, wenn die Ordnung von der SHE spricht, auf vielen Ebenen agiert, dann braucht es auch mehr als nur einen Sinn, um sie zu erkennen. Und ich atme erleichtert aus: ich kann etwas tun, um die Ordnung irgendwann etwas besser zu verstehen: mit ALLEN Sinnen leben!